Liebe Leserin, lieber Leser,

hin und wieder werde ich gefragt, wieso und warum ich zur Schreiberei und zu dieser Homepage gekommen bin. Nun habe ich die kleine Geschichte niedergeschrieben. Eigentlich hatte sich alles ganz von allein entwickelt, natürlich weil ich es so wollte...

 

Ihr Henning Stoffers


Wie es begann...

Es fing ganz harmlos an: Ich kaufte eine alte Fotopostkarte: Das Gauhaus am Aasee aus den 30er Jahren. Nach der Digitalisierung wurden in der Vergrößerung Details sichtbar, die vorher mit bloßem Auge nicht zu sehen waren. Die großen Lettern ,NSDAP' und der Reichsadler mit Hakenkreuz am Eingang des Gauhauses, Limousinen vor dem Gebäude, Passanten bei ihrem Spaziergang und viele andere Details wurden erkennbar.

Sammeljahre

Ich war fasziniert, die Sammelleidenschaft hatte mich gepackt, und sie ließ mich so schnell nicht wieder los. In kurzer Zeit wuchs meine Sammlung von Postkarten, Fotografien und Büchern über Münster stattlich an. Alles wurde auf dem Computer genau registriert, und es war immer eine Freude, die Bilder in der Vergrößerung am Monitor betrachten zu können

Nobiskrug 1935
Nobiskrug 1935

Ich war um die 60 Jahre alt, das Berufliche neigte sich dem Ende entgegen, und so fiel mir einige Jahre später der mehr oder weniger befürchtete Übergang ins Rentnerleben gar nicht schwer.

 

Dann kamen eines Tages die mahnenden und durchaus berechtigten Worte meiner Frau zu den nicht unerheblichen Kosten meiner Sammelleidenschaft. Es ist nämlich so, dass ,Allerweltsansichtskarten' - wie zum Beispiel Prinzipalmarkt, Dom und Rathaus - mit vielleicht einem Euro preiswert sind, dagegen Raritäten aber so richtig ins Geld gehen. Ich hatte diesen Status erreicht, nur noch Raritäten zu suchen. Also tat ich das einzig Sinnvolle und reduzierte meine Käufe, zumal mein Sammelbestand einen sehr ansehnlichen Umfang erreicht hatte.

Beginn der Schreiberei

Neubrückenstraße um 1970
Neubrückenstraße um 1970

Nun galt es, den gewonnen Freiraum anderweitig zu nutzen: Ich eröffnete eine Homepage und zeigte hierauf zunächst einige meiner Ansichtskarten. Vor allen Dingen war es mir immer ein Anliegen, die Bilder öffentlich zu machen.

 

Da das Thema ,Bildbeschreibung' im Deutschunterricht bei mir einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hatte, fing ich an, alte Ansichtskarten und Fotografien zu beschreiben: Was ist auf dem Bild zu sehen, was ist das Besondere, wie ist es heute, usw.? Die Anforderungen, die ich mir selbst stellte, wurden immer anspruchsvoller, und so entwickelten sich die ,Bildbeschreibungen' hin zu meinen ,Bildgeschichten'.

Veröffentlichungen

Die Homepage hat inzwischen mit mehr als 70 Bildgeschichten und vielen anderen Beiträgen einen beachtlichen Umfang erreicht. Mehr als 30.000 Besuchern und mehr als 70.000 Seitenaufrufe konnten im letzten Jahr gezählt werden.

 

Von Hause aus bin ich kein Historiker und habe auch nicht den Anspruch, wissenschaftlich relevant zu arbeiten. Aber es macht mir einfach Freude, mit meinen Worten Eindrücke, Entwicklungen und Begebenheiten der Vergangenheit - unterlegt mit dem passenden Bildmaterial - zu beschreiben. Dabei soll die Sprache einfach und präzise sein, und das Geschriebene muss korrekt recherchiert sein. Für Letzteres unterstützt mich meine kleine, feine Münster-Bibliothek.

Die Werse bei Nobiskrug 1935
Die Werse bei Nobiskrug 1935

Eine besondere Freude bereitet mir das Interesse und die damit verbundene Anerkennung meiner Leserschaft. Immer sind die Lichtbildervorträge bestens besucht. Und nie hätte ich daran gedacht, dass einige Bildgeschichten in Buchform erscheinen würden. Aber auch dies wurde Dank meiner liebenswürdigen Verlegerin Dr. Andrea Lamberti realisiert. Drei Bände ,Münster zurückgeblättert' stehen in den münsterschen Buchhandlungen, und zum Herbst hin wird der 4. Band erscheinen.

Wie geht's weiter...?

Ab und zu denke ich ans Aufhören. Aber dieser Zeitpunkt ist noch nicht gekommen, denn die Schreiberei bereitet mir viel Freude. Insbesondere immer auch dann, wenn kleine Geheimnisse gelüftet werden können. Und dann kann ich interessanten Themen nicht widerstehen, die an mich herangetragen werden. So fragte mich einer Berliner Fotograf, ob ich nicht einmal über seinen Lehrmeister, dem münsterschen Lichtbildner Pan Walther, schreiben könnte. Und als ich darüber schrieb, gab es den nächsten Kontakt mit den ehemaligen Eigentürmern der Cavete. So können Sie demnächst die Geschichte über einen Skandal und der daraus entstandenen Cavete lesen...

 

Verehrte Leserin, verehrter Leser, abonnieren Sie den Newsletter - falls noch nicht geschehen -, und bleiben Sie mir treu.

 

Ihr Henning Stoffers